Ostseebäder  - Misdroy (Międzyzdroje)

Fotos:
4. Reihe: Der Neue Musikpavillon. Am Strand von Misdroy. Der Eingangsbereich der Seebrücke.
5.Reihe: Auf der Promenade. Das ehemalige Kurhaus ist jetzt Kulturhaus. Am Boulevard.
6.Reihe: Im Winter 2009/2010. Eine Luftaufnahme.
7.Reihe: Auf dem Gosanberg. Das frühere Strandhotel. Im Kurpark.

Misdroy, auch die "Perle der Ostsee" genannt (seit 1945 zu PL) hat nicht nur einen schönen Sandstrand und eine lange Promenade mit historischen Villen aus der Gründerzeit und einigen neuen Häusern, sondern auch eine herrliche Umgebung. Der Ort ist von Höhenzügen in Richtung Osten und Südosten umschlossen. Die Steilküste (Kaffeeberg, 68m) erreicht beim "Gosanberg" (Gosaar = Gänseaar = Seeadler) eine Höhe von 95 Metern. Herrlicher Buchenwald umgibt den Ort, es gibt ein Wisentgehege und der sagenumwobene Jordansee ist ein wahres Kleinod. Leider ist er im Hochsommer für Besucher nicht zugänglich. Er ist mit einem Zaun umgeben und gehört zu einem exklusiven Erholungsheim.
Geschichte: Misdroy, dessen Geschichte sich bis ins 13.Jahrundert verfolgen lässt, ist das größte Seebad der Insel Wollin. Daneben gab es die kleineren Seebäder wie Osternothafen, das Ostseebad Neuendorf, das Ostseebad West-Dievenow (eines der Seebäder um die Dievenowmündung) und das Ostsee- und Solbad Heidebrink.
1554 wurde Misdroy urkundlich als Eigentum der Domprobstei Cammin erwähnt. Bis zu seinem Aufstieg zum Seebad galt es als  kleines Dorf, das nur von einigen  Kolonisten bewohnt war, die sich von Fischfang und kümmerlicher Landwirtschaft ernährten. Zum Badeort wurde  Misdroy zwischen 1830 und 1835. Von 1830 an zählte man einzelne Badegäste. Ab 1835 entwickelte sich ein regelrechter Badebetrieb. Im gleichen Jahre wurden die ersten Badehäuschen errichtet, allerdings für Frauen und Männer getrennt, wie es damals in den deutschen Bädern üblich war.  Wohlhabende Berliner und Stettiner bauten sich hier Villen. Als besondere Attraktion entstand 1885 der erste Seesteg, der 1906 auf 360m verlängert wurde. 1913 zerstörte ihn eine Sturmflut. Er wurde erst 1921 wieder erneuert. 1850 hatte Misdroy bereits 317 Einwohner und 500 Badegäste aufzuweisen. Nach 1860 setzte ein rasches Wachstum des Ortes ein. Die Errichtung einer Kirche auf der Königshöhe im Jahre 1862 ist dafür u. a. ein beredtes Zeugnis. Ab 1870 wurde auch das Dünengelände im Westen des Ortes nach und nach bebaut.
 1869 verbesserte der Bau einer Schiffsanlegestelle für den direkten Verkehr von und nach Stettin an der „Laatziger Ablage“, am großen Vietziger See, die Erreichbarkeit des Ortes.  Auch der Thronfolger und spätere deutsche Kaiser Friedrich III. hatte hieran seine Verdienste. Er hatte sich im Jahre 1867 einige Wochen mit seiner Familie in Misdroy erholt. Dank seiner Fürsprache wurde zwei Jahre später am Vietziger See der erwähnte Anleger für Passagierschiffe für die Direktverbindung Stettin – Misdroy - Swinemünde gebaut. Die dankbaren Einwohner von Misdroy gaben darauf hin ihrer 1885 eröffneten Seebrücke, der ersten in der Region, seinen Namen. Die Strecke „Laatziger Ablage“ – Misdroy überbrückten Kutschen und später Kraftomnibusse. Von 1872 an ist Misdroy eines der führenden deutschen Seebäder.
 Nachdem 1899 eine Eisenbahnstrecke von Wollin nach Misdroy gebaut wurde, stieg die Attraktivität des Ortes weiter. Nun konnte auch die Eisenbahnverbindung  Berlin – Ducherow – Swinemünde – Misdroy für die An- und Abreise der Gäste genutzt werden.
1930 wurden 21.115 Badegäste gezählt.  Die Zahl der Einwohner betrug 1939  4.145. Die im Osten Misdroys befindliche Hügelkette, wie z.B. der Kaffeeberg (68 m über dem Meeresspiegel), der Gosanberg (95 m) und der Greweberg (115 m) geben dem Ort einen besonderen Schutz und sorgen für ein gutes Kurklima in raueren Jahreszeiten. 
 Nach dem Krieg 1870/71 waren der damalige preußische Kronprinz mit seinem Hofstaat, der Generalpostmeister Stephan sowie Professor Rudolf Virchow prominente Gäste des Seebades. Und schließlich: Prinz Klaus von Amsberg, der spätere Gemahl der  holländischen Königin Beatrix,  besuchte in den Jahren 1938 – 1942 in Misdroy die „Balten-Schule“, eine private Mittelschule. R.R.
Die Brücke ist verlängert worden, damit wieder Ausflugsdampfer anlegen können. .Leider war seinerzeit die Dampferlinie wieder eingestellt worden:  http://www.n-tv.de/341491.html  Zwischenzeitlich war ein Kompromiss gefunden worden: Die Adler-Schiffe fuhren bis Swinemünde, dort konnte man umsteigen und mit einem anderen Schiff nach Misdroy gelangen.
Ab 26.09.2006 laufen die von den Usedomer Bädern kommenden Schiffe Misdroy direkt an.
Im Oktober 2006 gab es einen Zwischenfall. Polnische Zöllner wollten die  "Adler-Dania" im polnischen Hoheitsgebiet vor Swinemünde stoppen, das Schiff fuhr jedoch weiter.
Campingplätze in Misdroy: 1.Camping Gromada, ul. Gryfa Pomorskiego, 2.Camping Gromada, ul. Gryfa Pomorskiego. 3.Camping Darz Bor, ul. Gryfa Pomorskiego. 4.Camping WSK PZL, ul. Gryfa Pomorskiego 71. 5.Camping Jantar, ul. Gryfa Pomorskiego 75. 6. Camping ZNTK SA ul. Gryfa Pomorskiego 76. 7.Camping SILO, ul. Gryfa Pomorskiego 77.